Die erste Frage, die Entscheider stellen, ist fast immer dieselbe: Was kostet das? Eine verständliche Frage — und eine, die wir lieber ehrlich beantworten als mit unverbindlichen "auf Anfrage"-Aussagen.
Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über marktübliche Preiskorridore, erklärt die wichtigsten Kostentreiber und zeigt, welche Fördermöglichkeiten häufig übersehen werden.
Marktübliche Preiskorridore im Überblick
Die Preise für eine psychische Gefährdungsbeurteilung variieren stark — je nach Anbietertyp, Methode und Umfang. Ein realistischer Marktüberblick:
| Anbietertyp | Typischer Preis | Eignung |
|---|---|---|
| Online-Tool (selbst durchgeführt) | 200 – 800 € | Kleinstbetriebe mit geringem Risiko |
| Berufsgenossenschaft / DGUV | Kostenlos (beitragsfinanziert) | Erstberatung, einfache Betriebe |
| Einzelberater / Freelancer | 1.500 – 5.000 € | KMU bis ~30 MA |
| Spezialisiertes Beratungsunternehmen | 2.500 – 12.000 € | KMU ab 20 MA, mehrere Abteilungen |
| Großberatung / HR-Agentur | 15.000 – 60.000 €+ | Konzerne, internationale Standorte |
Unser Ansatz bei PsyNextLevel: Wir arbeiten mit Unternehmen ab 5 Mitarbeitern. Der genaue Preis hängt von der Mitarbeiteranzahl, der Anzahl der zu beurteilenden Tätigkeitsbereiche und der gewählten Erhebungsmethode ab — deshalb gibt es bei uns keinen Fixpreis auf der Website, sondern ein individuelles Erstgespräch.
Was den Preis bestimmt
1. Mitarbeiterzahl
Der wichtigste Kostentreiber. Mehr Mitarbeiter bedeuten mehr Befragungsaufwand, mehr Auswertung und mehr Dokumentationsarbeit. Typisch sind Stufenmodelle: bis 20 MA, 20–50, 50–100, 100+.
2. Anzahl der Tätigkeitsbereiche
Ein Unternehmen mit drei klar getrennten Tätigkeitsfeldern (z.B. Produktion, Vertrieb, Verwaltung) braucht für jeden Bereich eine eigene Beurteilung. Das multipliziert den Aufwand — und damit den Preis.
3. Erhebungsmethode
Online-Befragungen sind günstiger als Workshops oder Einzelinterviews. Letztere liefern oft bessere Ergebnisse — insbesondere in Branchen mit hoher emotionaler Arbeit (Pflege, Bildung, Beratung).
4. Qualifikation der Berater
Akademisch ausgebildete Psychologen kosten mehr als zertifizierte Coaches — liefern aber auch eine methodisch sauberere Grundlage, die vor Behörden und Betriebsräten standhält.
5. Maßnahmenbegleitung
Viele Angebote enden nach der Dokumentation. Sinnvoller — und teurer — ist die Begleitung bei der Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle der abgeleiteten Maßnahmen.
Fördermöglichkeiten, die viele nicht kennen
BAFA-Förderung (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)
Über das Programm "Förderung unternehmerischen Know-hows" werden Beratungsleistungen für KMU und Freiberufler gefördert. Unter bestimmten Voraussetzungen sind bis zu 80% Zuschuss auf anerkannte Tagesätze möglich.
Berufsgenossenschaft (BG)
Viele Berufsgenossenschaften bieten kostenlose Erstberatungen und teilweise bezuschusste Gefährdungsbeurteilungen an. Dies lohnt sich besonders für Branchen mit hohem Unfallrisiko.
Landesförderprogramme
In vielen Bundesländern gibt es ergänzende Förderprogramme für betriebliches Gesundheitsmanagement — besonders für Unternehmen in strukturschwachen Regionen. Ihr Ansprechpartner ist die jeweilige IHK oder der regionale Mittelstandsbeauftragte.
Achtung: Förderanträge müssen in der Regel vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Rückwirkende Förderung ist bei den meisten Programmen ausgeschlossen.
Die eigentliche Kostenfrage: Was kostet Nichtstun?
Eine psychische Gefährdungsbeurteilung für ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern kostet bei einem spezialisierten Anbieter typischerweise zwischen 3.000 und 7.000 Euro — einmalig, mit vollständiger Dokumentation.
Ein einziger krankheitsbedingter Langzeitausfall durch Burnout oder psychische Erkrankung kostet laut Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung im Durchschnitt zwischen 15.000 und 40.000 Euro — inklusive Produktivitätsausfall, Vertretung und Wiedereingliederung.
Die Entscheidung rechnet sich also nicht nur rechtlich, sondern auch betriebswirtschaftlich.
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